Uso Da
Eine alternative Realität zu Haibane Renmei
Kapitel 13: Zuflucht
Rakka stemmte sich gegen die Woge des Zorns, welche sie mitzureißen drohte. Sie erinnerte sich daran, wie sehr sie selbst sich für ihre schwarzen Flügel geschämt hatte, wie sie ihre Federn abgeschnitten hatte... und an die nebelhaften Erinnerungen, welche sie seit jenen unruhigen Zeiten peinigten.
Nemu schien die Änderung im Gesichtsausdruck ihrer Freundin bemerkt zu haben, denn sie richtete sich in eine sitzende Position auf und ließ die Decke von ihren Schultern gleiten. Ihr langes Nachtgewand hing lose an ihrem abgemagerten Körper, wodurch ihre schwarzen Flügel, leblos und verwüstet, nur noch deutlicher zur Geltung kamen.
"Rakka, ich habe gesehen, wie du beim Anblick dieser Federn zurückgezuckt bist", bestätigte Nemu in traurigem Ton. "Aber das ist normal. Wir sind Haibane, unvollkommene Menschen, zum Leben in Guri verdammt. Einigen gelingt es, zu entkommen. Mir nicht. Und dem Mädchen in meinem Traum genauso wenig. Ich habe in der Bibliothek darüber nachgelesen. Für die Sündengebundenen gibt es keine Vergebung. Ich habe sie nicht weggestoßen, weil..."
"Du irrst dich! Vergebung ist möglich! Mir wurde vergeben!" warf Rakka erregt, aber voller Entschlossenheit dazwischen und deutete dabei auf sich selbst. "Und es ist falsch, dies zu bestreiten."
Diese Worte rissen Nemu aus ihrem Gedankengang. "Was?"
"Vergebung ist möglich. Jemand muss dir die Vergebung bringen und dir helfen, den Kreis der Sünde zu durchbrechen."
Für einen Moment war Nemu still und wirkte besinnlich, als ob sie versuchte, eine vergängliche Erinnerung zurückzuerlangen. "Kreis der Sünde..."
" 'Wer seine Sünde erkennt, ist kein Sünder.' "
"Was... Aber ich bin doch eine Sünderin..."
"Ist dir klar, wodurch du gesündigt hast?" verstärkte Rakka den Druck.
"Ich... ich bin mir nicht sicher."
"Dann bist du vielleicht noch eine Sünderin..." sagte Rakka mit gedämpfter Stimme.
Nemu schüttelte ihren Kopf. "Ich sehe nicht, wie solche Phrasen mir helfen sollen."
"Du musst das Rätsel selbst lösen. Aber ich weiß, dass es stimmt. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Ich war sündengebunden, und trotzdem wurde mir vergeben", sagte Rakka, stand auf und demonstrierte ihre eigenen Federn wie zum Beweis.
Nemus Körpersprache ließ erkennen, dass sie Rakka nicht glaubte, doch in ihren Augen stand zu lesen, dass sie mehr darüber erfahren wollte.
In den darauf folgenden Minuten gab Rakka sich alle Mühe, Stück für Stück die gesamte Geschichte ihres Gebundenseins an die Sünde vorzutragen. Nemu nickte an zahlreichen Stellen; sie konnte sich offenbar an viele dieser Ereignisse erinnern: Rakkas Unsicherheit bei der Zuteilung ihres Namens, ihre Reaktion auf Kuus Tag des Abflugs, ihr ungewöhnliches Verhalten beim Maßnehmen für die Flügelschoner, die kalte Nacht ihres Verschwindens. Rakka bemerkte, dass Nemus Verstand wieder die Oberhand gewonnen hatte, dass sie Zusammenhänge erkannte und Erfahrungen verglich. Als Rakka von ihrer Offenbarung auf dem Grund des Brunnens erzählte, von ihren Diskussionen mit Washi und vom 'Kreis der Sünde', da saugte Nemu ihr förmlich die Worte von den Lippen.
Als sie fertig war, konnte Rakka erkennen, dass der Ausdruck des ungezähmten Wahns aus Nemus Gesicht weitgehend verschwunden war.
"Ja, das klingt alles plausibel. Aber..." Nemu hielt inne. "Was ist mit mir? Wie kann ich Vergebung erlangen? Ich weiß doch nicht mal genau, wodurch ich mich versündigt habe..."
Und genau davon hängt alles ab, dachte Rakka insgeheim. "Nemu, ich glaube, ich weiß, wer dir helfen kann. Aber ich brauche Zeit dafür... Du musst mir vertrauen und fest daran glauben, dass ich es schaffen kann. Deshalb darfst du noch nicht aufgeben. Tu es für Old Home. Und für Sumika."
Nemu nickte langsam. "Tut mir leid. Das hat mich alles einfach fertig gemacht, erst der Traum, dann meine Federn..." Nemu warf einen Blick über ihre Schultern, als ob sie hoffte, deren Zustand hätte sich gerade auf magische Weise geändert. Doch dies war nicht der Fall.
Rakka sah sie ernst an. "Ich bitte dich darum. Es wird nicht mehr lange dauern."
Nemu wirkte entschlossener als noch kurz zuvor. "Ich werde es versuchen."
"Versprochen?"
"Versprochen."
Rakka setzte sich auf das Bett und nahm Nemu in ihre Arme; diese erwiderte die Umarmung mit aller Kraft. "Ich danke dir. Und ich bin sehr froh", sagte Rakka, als sie aufstand und sich zum Gehen wandte. "Ich komme so bald wie möglich wieder."
Nemu kämpfte sich aus der Bettdecke hervor und versuchte, auf schwankenden Beinen zu stehen. "Was machst du denn da?! Leg dich wieder hin!" schalt Rakka sie und eilte zu ihr hin, um Nemus Gleichgewicht zu stabilisieren.
Nemu strich sich mit einer Hand die Haare aus den Augen und stützte sich mit der anderen ab, als sie sich zurück auf ihr Bett sinken ließ. "Ich dachte, ich gehe runter in die Küche und mache mir einen Happen zu essen..."
Rakka schüttelte Nemus Kissen auf und lächelte: "Du bleibst schön hier. Ich bringe dir ein Tablett hoch."
Rakka ließ Nemus Tür einen Spalt weit offen und machte sich auf den Weg zurück ins Erdgeschoss. Eine der zuvor geschlossenen Türen war nun jedoch geöffnet, und gedämpftes Licht fiel von dort hinaus auf den Gang. Sie blickte hinein und sah Sumika in einem Schaukelstuhl sitzen und ihrem Baby, das unter der über Sumikas Schulter geschlagenen Wolldecke vor ihrem Blick verborgen war, die Brust geben.
Sumika blickte hoch. Ihr Blick war angespannt, besorgt und nach wie vor sehr zurückhaltend.
"Bitte entschuldigen Sie die Störung. Nemu möchte gern etwas essen. Darf ich Ihre Küche benutzen?" fragte Rakka.
Sumikas freie Hand flog zu ihrem Mund, als sie versuchte, einen spontanen Gefühlsausbruch zu unterdrücken. Ihr Gesichtsausdruck war mit einem Mal wie aufgetaut. "Selbstverständlich!" Sie fasste sich wieder und ergänzte: "Fürs Erste ein Süppchen, ein Stück trockenen Toast und einen Tee, aber nicht zu stark. Du findest bestimmt alles, was du brauchst..."
"Vielen Dank", antwortete Rakka und eilte die Treppe hinab. Sumika umarmte ihr Kind ein wenig fester.
Sumika hatte nicht zu viel versprochen: Ihre Küche war gut bestückt. Rakka machte sich unverzüglich an die Arbeit. Sie entdeckte mehrere versiegelte Einweckgläser voll selbstgemachter Gemüsesuppe; sie öffnete eines davon, kippte eine kleine Menge seines Inhalts in einen Topf und goss mit der entsprechenden Menge Wasser auf. In ihrer Besorgnis, die Bouillon zu sehr zu verwässern, entdeckte sie einen Vorrat an frischen Kräutern (Sumikas Familie schien diese selbst zu ziehen) und langte nach oben in das Regal mit den Gewürzen, wobei sich allerdings ihre erst am Nachmittag erlittene Armverletzung wieder in Erinnerung brachte. Rakka schnappte sich einen Stuhl, überwand ihre kleine Schwierigkeit und stellte den Suppentopf sowie einen Kessel voll Wasser für den Tee auf den Küchenherd. Ihre Augen suchten nach etwas Brotartigem...
Da hörte sie ein Klopfen an der Eingangstür des Hauses. Rakka spähte durch das große Fenster hinaus, konnte aber niemanden sehen.
"Rakka, kannst du mal aufmachen? Das ist für dich", rief Sumika aus dem Obergeschoss.
Für mich? Rakka vergewisserte sich, dass der Herd nicht zu hoch eingestellt war, und ging zur Tür. Als sie geöffnet hatte, stand sie zu ihrer Überraschung dem Angestellten aus dem Gebrauchtkleiderladen gegenüber, der wie immer unrasiert und äußerst leger gekleidet war.
"Schönen guten Abend!" sagte er in munterem Tonfall. Unter dem Arm hielt er ein großes, in braunes Papier eingepacktes Paket. "Darf ich reinkommen?"
"Äh, ja, natürlich, willkommen", stammelte Rakka.
Grinsend, aber ansonsten sachlich wirkend trat der Angestellte ein. Rakka schloss die Tür hinter ihm, drehte sich um und sah Sumika die Treppe hinabkommen, ihr Baby in Position zum Bäuerchen-Machen auf ihrer Schulter. "Tut mir leid, ich hatte ihn nicht so schnell hier erwartet."
"Zufriedene Kunden sind mir eine Freude", sagte dieser und wandte sich Rakka zu. "Das hier ist für dich, glaube ich."
Rakka nahm das leichte Paket entgegen und warf Sumika einen verwirrten Gesichtsausdruck zu.
"Ich habe gesehen, dass dein Kleid zerrissen ist", antwortete diese und schaukelte dabei ihr Baby, "also habe ich mich erst mal um vorläufigen Ersatz bemüht..."
"...und", ergänzte der Kleiderhändler, "weil ich Sumika nichts abschlagen kann, werde ich mich auch gleich um Reparatur und Reinigung der verdreckten Sachen kümmern. Mein Ultra-Super-Spezial-Service", meinte er augenzwinkernd.
Rakka bemühte sich, erfreut zu wirken; dabei war ihr diese zuvorkommende Behandlung eher peinlich. "Aber das wäre doch nicht nötig gewesen..."
"Unsinn", meinte Sumika freundlich. "Deine Arbeit ist ihren Lohn allemal wert."
Rakka drehte das Paket in ihren Händen auf den Kopf und riss dann das Papier auf. Zum Vorschein kam ein helles, cremefarbenes Kleid mit grünem Saum an Kragen und Ärmeln und einer hübschen Schärpe um die Taille. Als sie es herausnahm, bemerkte sie, dass Umfang und Länge denen ihres beschädigten weißen Kleides ziemlich ähnlich waren. Es duftete nach frischer Wäschereiseife und war sorgfältig gebügelt. "Wunderschön", sagte sie lächelnd.
"Bitte", bedeutete Sumika ihr, "das Bad ist oben, die erste Tür nach der Treppe; zieh das hier an, und wenn es passt, kümmern wir uns um deine bisherigen Sachen. Ich passe derweil auf den Herd auf."
Rakka eilte aus dem Zimmer, um sich umzuziehen.
Rakka kam zu der Erkenntnis, dass dieses neue Kleid ihr prima passte und die Farben ihr ausgezeichnet standen. Sie nutzte die Gelegenheit, ein paar Schmutzreste aus ihrem Gefieder zu bürsten und fand ihr Äußeres nun beinahe präsentabel.
Zurück im Erdgeschoss angekommen sah sie, dass Sumika gerade das Tablett für Nemu fertig hatte und der Altkleiderhändler (seinen Namen kannte sie immer noch nicht) einen Schluck Tee zu sich nahm. Als sie das Wohnzimmer betrat, stand er auf und nahm vorsichtig das weiße Kleid entgegen, das sie ihm reichte. "Gefällt es dir?" fragte er.
Rakka betrachtete sich flüchtig im Spiegel und lächelte. "Sehr. Vielen Dank."
Er grinste, trat einen Schritt zurück und sagte: "Das hier bekommst du morgen spätestens am Nachmittag nach Old Home geliefert. Toller Tee übrigens!" sagte er zu Sumika, winkte kurz und machte sich eilends auf den Weg.
Sumika schüttelte lachend den Kopf. Dann wurde sie wieder ernst und sagte: "Rakka, ich danke dir."
Rakkas Stimmung verdüsterte sich. "Ich habe doch noch gar nichts getan."
Sumika warf ihr einen fragenden Blick zu. "Ich glaube, du hast Nemu Hoffnung gegeben, und das ist deutlich mehr, als ich ihr geben konnte."
"Das Schwierigste habe ich noch vor mir", antwortete Rakka. "Ich muss auch noch Reki dazu bringen, mir zu vertrauen. Aber sie ist so verbittert..."
Sumika rührte die Suppe auf dem Tablett um. "Das passiert oft mit Pflanzen, die nicht genug gegossen werden", sagte sie geistesabwesend. "Vielleicht ist auch das eines der Dinge, an denen ich schuld bin."
Rakka enthielt sich eines Kommentars zu dieser Aussage. "Vielen Dank für das Kleid. Ich muss jetzt aber gehen, es wird schon spät."
"Bist du sicher? Du kannst heute bei mir übernachten, wenn du möchtest."
"Nein, danke", sagte Rakka. "Ich habe heute noch einen Besuch zu machen, bevor ich nach Old Home zurück muss."
Das zu großen Teilen aus Stein bestehende Guri speicherte die Wärme des Tages gut, wie Rakka bemerkte, als sie die Brücke über den Fluss passierte. Der plötzliche Temperatursturz ließ sie kurz frösteln. Sie beschleunigte ihren Schritt.
Nachts wirkte die Verlassene Fabrik besonders unheimlich; die Lichter der wenigen umliegenden Gebäude warfen ein geisterhaftes Leichentuch über das Bauwerk aus rostigem Stahl. Sie erinnerte sich an Hyoukos Worte und kroch ohne Bedenken durch das Loch im Zaun auf den Hof des Geländes. Dieses Fabrikgelände mit seinen angeblich so unbändigen Bewohnern kam ihr geradezu unheimlich still vor.
Sie entdeckte ein zierliches Haibane-Mädchen. Auf den ersten Blick hielt sie es für eine der Kleinen; bei näherem Hinsehen war dieses Mädchen jedoch lediglich etwas kurz geraten für ihr Alter. Es war modisch gekleidet in eine alte Lederjacke über einem roten, bauchfreien Oberteil und knielangen Jeans. War das wirklich aus zweiter Hand?
"Du bist nicht von hier", sagte das Mädchen und betrachtete Rakka mit leichtem Misstrauen.
"Ich möchte zu Hyouko", erklärte Rakka ruhig.
"Okay, ich glaube, der pennt schon. Komm mit, ich führe dich zu seinem Zimmer." Was immer auch die Aufgabe des Mädchens sein mochte, als Wache überzeugte sie jedenfalls nicht, dachte Rakka insgeheim.
Die beiden stiegen zwei Treppen hinauf, überquerten ein Baugerüst, dann ging es wieder eine Etage nach unten, durch eine Stahltür - an dieser Stelle glaubte Rakka, die Kleine führe sie an der Nase herum, als diese plötzlich ohne Vorwarnung mit der Faust gegen eine Trennwand schlug. "Besuch!" schrie sie. "Du kannst reingehen", sagte sie zu Rakka und ging davon, ohne auf eine Antwort zu warten.
Vorsichtig drückte Rakka die Türe auf und sah im Dämmerlicht, wie Hyouko sich hastig ein Hemd überstreifte. Sie wurde rot und wandte sich ab. "Tut mir leid!"
"Macht nichts", kam als Antwort. "Komm rein, Rakka."
Rakka drehte sich wieder um und trat ein. Hyoukos Behausung war kärglich eingerichtet, genau wie ihre eigene; das Mobiliar bestand gerade mal aus einem Bett, einem Tisch, einem alten Stuhl und einer beschädigten hölzernen Kommode. Auf letzterer saß einsam ein ausgebleichter, ehemals rosafarbener Plüschhase, der irgendwie fehl am Platz wirkte. An den Wänden lehnten verrostete Straßenschilder. Die Baseballmütze hing auf einem Kleiderständer aus Metall.
"Wie geht's dir? Hübsches Kleid", sagte Hyouko, offensichtlich darum bemüht, richtig wach zu werden.
"Gut, danke. Ich wollte dir Bescheid sagen, dass ich heute Reki besucht habe."
Hyouko versuchte, die Neuigkeit über diesen Geist aus einer ihm nicht mehr zugänglichen Vergangenheit zu verarbeiten. "Wie geht es ihr? Was hat sie gesagt?"
Rakka beschloss, nicht allzu sehr ins Detail zu gehen. "Sie ist nicht gerade glücklich dort, wo sie ist, und ich kann es ihr nicht verdenken. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass ich ihr aus der Klemme helfen kann."
"Hast du sie nach mir gefragt?" fragte Hyouko hoffnungsvoll.
Rakka schüttelte den Kopf. "Dazu hatte ich keine Gelegenheit. Sie ist immer noch ziemlich sauer. Sie hat mich praktisch vom Hof gejagt."
Hyouko sackte zusammen. "Ich mach mal Licht an. Hier, setz dich", sagte er und zog den Stuhl näher zu seinem Bett heran.
Rakka nahm das Angebot an und machte einen Schritt auf den Stuhl zu, als sich der Raum plötzlich zu drehen schien. Sie sah gerade noch, wie ihr Fuß ein Skateboard in Richtung von Hyoukos Schienbein schleuderte, da knallte sie auch schon flach auf den Rücken und schlug mit dem Kopf gegen den Metallboden. Kleine schwarze Käfer krochen durch ihr Blickfeld... als diese davongehüpft waren, sah sie Hyouko, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht über sie gebeugt hatte. "Tut mir leid! Wirklich! Das Skateboard hatte ich total vergessen!"
"Nicht so schlimm", sagte Rakka benommen. Sie versuchte, sich aufzurichten. Mit Hyoukos Hilfe schaffte sie es bis zum Bett. "Wirklich, mir ist nichts passiert."
"Ich habe doch deinen Kopf auf den Boden schlagen sehen. Du kannst froh sein, dass du noch bei Bewusstsein bist." Hyouko legte ihr das Kissen zurecht und ließ sie sich hinlegen. "Ruh dich einen Moment aus, ich gehe etwas Eis holen."
"Meinem Kopf geht es gut!" protestierte Rakka.
"Meinem Knie aber nicht, Dummerle", sagte Hyouko und humpelte davon.
Nervös versuchte Rakka, sich zu entspannen. Das Bett und das Kissen waren sehr weich. Sie dachte darüber nach, was sie Hyouko von ihrer Begegnung mit Reki erzählen sollte. Sie hatte keine Gelegenheit gefunden, mit Reki über Hyoukos Frage zu reden, und das beunruhigte sie sehr. Obendrein war es ein furchtbar langer Tag gewesen und sie musste zurück nach Old Home. Ihr neues Kleid gefiel ihr; vielleicht würde sie beim Gebrauchtkleiderhändler dazu passende Schuhe finden...
Rakka erwachte im Dunkeln und wusste zunächst einmal nicht, wo sie war. Sie lag auf einem Bett mit Leintuch und Bettdecke. Ein dämmriges Licht erleuchtete den Raum, und sie blickte sich um. Hyouko lag neben dem Bett auf dem Boden, zugedeckt mit einer Plane; ein Haufen Kleider diente ihm als improvisiertes Kissen und Matratze. Er schlief tief und fest. Einen Moment lang überlegte sie, was sie unternehmen sollte; erschöpft von dem vorherigen Tag beschloss sie, am besten einfach alles so zu lassen, und schlief wieder ein.
Fortsetzung in Kapitel 14: Formfehler